Jean-Michel Blais

30. März 2022
Nachtasyl
Einlass:
20:00 Uhr
Beginn:
21:00 Uhr
Tickets:

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Veranstaltungsort Nachtasyl

AUBADES Tour

OBACHT: das Konzert findet im 2G-Modell statt. Einlass wird nur mit gültigem Nachweis über eine Impfung gegen, oder Genesung von einer Covid-19-Erkrankung sowie gültigem Personalausweis gewährt. Genauere Informationen finden Sie hier.

Murmures heißt die aktuelle Single des kanadischen Pianisten und Komponisten Jean-Michel Blais und gibt uns einen kleinen Vorgeschmack auf sein Anfang 22 erscheinendes Album aubades. Und auch wenn Jean-Michel Blaisohnehin schon wohltuend aus dem Wust neoklassischer Solo-Pianisten herausstach, erscheint murmures ein Fingerzeig dafür zu sein, dass sich Jean-Michel Blais als Komponist weiterentwickelt hat. Erstmals schrieb Blais füraubades für ein ganzes Kammerorchester und nicht fürs Klavier allein.

Stillstand wäre für Jean-Michel Blais aber ohnehin kaum denkbar, das verrät allein schon ein Blick in seine Biographie:

Aufgewachsen im ländlichen Quebec, begann Blais erst im Alter von neun Jahren mit dem Klavierunterricht, nachdem er zuvor bereits an der heimischen Orgel spielte und erste Stücke komponierte. Nur kurze Zeit später trat er, ganz offenbar mit natürlichem Talent gesegnet, in das Conservatoire de Musique de Trois-Rivières ein, wo er sich als klassischer Pianist ausbilden ließ. Allerdings zeigte sich bereits früh, dass die Zwänge der Klassischen Musik seiner Kreativität nicht zuträglich waren. Sein Interesse galt eher der Improvisation und  den Experimenten. Und so verließ er die Institution um sich auf Reisen neuen Eindrücken zu öffnen, auch wenn die Musik dafür für ein paar Jahre in den Hintergrund rücken musste.

Seine Reisen brachten ihn unter anderem als freiwilliger Helfer in ein Waisenhaus nach Guatemala sowie mehrmals nach Europa.  Anschließend, zurück in der Heimat, arbeitete er in der Folge fünf Jahre lang mit benachteiligten Familien und Einwanderern in Montreal.  Es folgten ein Grundstudium der Psychologie in Buenos Aires bevor es ihn abermals nach Europa führte.  In der Berliner Elektroszene fand er zurück zur Musik, um dann 2010 nach Montreal zurückzukehren um sich fortan wieder dem Komponieren zu widmen.

Von dem in Toronto ansässigen Label Arts & Crafts bemerkt, veröffentlichte Blais sein Debüt-Album II, welches er nach zwei Jahren täglicher Improvisation selbst in den eigenen vier Wänden aufgenommen hatte.  

Der Erfolg war beachtlich: Das Album rangiert im Time Magazine unter den Top 10 der besten Alben des Jahres, wo es heißt: seine Musik atmet, lädt ein, sich einen Moment Zeit zu nehmen und zu erkennen, dass es auf der Welt noch viel Schönheit gibt. Es folgten weltweit mehr als 50 Millionen Plays, vierzehnmal die #1 in den klassischen Billboard Charts (Kanada) sowie eine Nominierung für den Polaris Music Prize

2017 brachte eine Zusammenarbeit mit dem Grammy-nominierten Elektroproduzenten Mike Silver (CFCF) die EP Cascades hervor, welche erneut begeisterte Kritiken von BBC (Radio 6) und Pitchfork erhielt.

Im Anschluss an eine Europa- und Nordamerika-Tour folgte Blais zweites Album Dans ma main.  Ein minimalistisches Meisterwerk voller Samples und Elektronik.

2019 veröffentlichte Jean-Michel Blais mit dem Soundtrack Matthias & Maxime sein erstes Album beim Londoner Plattenlabel Mercury KX (Universal / Decca) für den gleichnamigen Film von Regisseur Xavier Dolan.

Anfang 2022 folgt nun mit aubades Jean-Michel Blais lang ersehntes neues Studio-Album. Sollte sich der Eindruck, den murmures erweckt bestätigen, hat sich das Warten in jedem Falle gelohnt. Mittlerweile insgesamt über 100.000.000 Plays bei Spotify geben ihm in jedem Fall Recht.

Am 30. März spielt Jean-Michel Blais erstmals seit langer Zeit wieder ein Konzert in Hamburg. Das Nachtasyl bietet dabei die perfekte Kulisse den Pianisten erstmals in Begleitung eines Streich-Ensembles zu erleben.